25. Februar 2010

Tarifverhandlungen - Öffentlicher Dienst: Schlichterspruch soll heute kommen

Berlin (dpa) - Im Tarifkonflikt für die rund zwei Millionen Angestellten in den Kommunen und beim Bund wird an diesem Donnerstag der Vorschlag der beiden Schlichter erwartet. Der von den Gewerkschaften benannte frühere Hannoveraner Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD) sowie der von den Arbeitgebern vorgeschlagene frühere sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) wollen das Ergebnis ihrer Beratungen in einem Hotel in Velen (Münsterland) vorstellen. Dies teilte die Geschäftsstelle der Schlichtungskommission am Mittwoch mit.

Die Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern waren am 11. Februar in Potsdam von beiden Seiten als gescheitert erklärt worden. Die Arbeitgeber hatten zuletzt Verbesserungen mit einem Volumen von 1,5 Prozent der Gehaltssumme in Aussicht gestellt. Damit wollten sie vor allem die Leistungskomponenten beim Gehalt stärken. Die Gewerkschaften hatten in der letzten Verhandlungsrunde Verbesserungen in einem Umfang von 3,5 Prozent verlangt. Dazu zählt auch die Fortsetzung der Altersteilzeit auf tariflicher Basis.

An diesem Samstag wollen Gewerkschaften und Arbeitgeber erneut in Potsdam zusammenkommen, um über die Empfehlung der Schlichter zu beraten.

19. Februar 2010

Hat Westerwelle etwa Recht?

Na klar: der finanzielle Unterschied von etwa 50 Euro zwischen einem Hartz4-Empfänger und einem Berufstätigen ist viel zu wenig!  Hört sich an als ob er Recht hätte.

Nur: Westerwelle und mit ihm alle Gleichgesinnten denken in die falsche Richtung!

Nicht der Hartz4-Empfänger bekommt zu viel. (Da soll mal einer der Politiker mit auskommen)

NEIN: der Berufstätige bekommt viel zu wenig

Lohn für seine anstrengende Arbeit, mindestens 40 Stunden die Woche plus Überstunden, die aus Angst vor Kündigung auch noch umsonst hinzugeleistet werden.

Seit Jahren predigen die “Arbeitgeber” (welch Arroganz in diesem Begriff), die Lohnkosten seien zu hoch, gleichzeitig sind die Gewinne (insbesondere wenn man die steuerhinterziehend in schwarze Kassen abgeflossenen hinzurechnet) permanent gestiegen.

Der Ausweg aus der zu geringen Differenz heißt also:

nennenswerte Lohn- und Gehaltssteigerung!

Jürgen Vorbeck

Nachtrag: Wie bestellt: ein passender Artikel im Manager-Magazin: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,678880,00.html

12. Februar 2010

Tarifverhandlungen gescheitert: Jetzt hat der Schlichter das Wort

Arbeitgeber setzten harte Linie gegen Beschäftigte fort!

Potsdam/Berlin. „Offenbar fällt es unseren Politikern leichter, mal eben 700 Milliarden Euro für einige Banken locker zu machen, als über vier Millionen Menschen für fünf Milliarden Euro bessere Lebensperspektiven zu geben“, kommentierte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg die unnachgiebige Ablehnung der Gewerkschaftsforderungen durch die Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes. Freiberg: „Jetzt kann nur noch die Schlichtung einen Arbeitskampf verhindern. Wir hoffen auf den Restverstand der Arbeitgeber, die Lage nicht weiter eskalieren zu lassen.“

Nach zweitägigen, zähen Verhandlungen am 10./11. Februar in Potsdam hatten die Arbeitgeber ein für die Gewerkschaften unannehmbares Angebot unterbreitet. Freiberg: „1,5 Prozent Gesamtvolumen inklusive Leistungsbezahlung, Einmalzahlung und einer Laufzeit von 24 Monaten sind als Einkommensverbesserung weniger als nichts. Ein solches Angebot signalisiert die Absicht der Arbeitgeber, ein Jahrzehnt der Lohnkürzungen und Einkommensverluste einzuläuten. Das können die Beschäftigten nicht mitmachen.“

Einstimmig: Die Große Tarifkommission (GTK) der GdP sprach sich am Abend für die Anrufung der Schlichtung aus.

Einstimmig: Die Große Tarifkommission (GTK) der GdP sprach sich am Abend für die Anrufung der Schlichtung aus. (Rüdiger Maas,rechts)

Die Verhandlungen erwiesen am späten Donnerstagabend als festgefahren. Deshalb beschlossen beide Seiten, die Schlichtung anzurufen. Auch die Große Tarifkommission der GdP, die zeitgleich in der Nähe des Verhandlungsortes tagte, sprach sich einstimmig dafür aus, die Verhandlungen für gescheitert zu erklären und die Schlichtung anzurufen. (weiterlesen…)

10. Februar 2010

Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst: Brief der Kreisgruppe Wiesbaden an den Bundesinnenminister

Sehr geehrter Herr Bundesminister,
am vergangenen Wochenende wurden Sie mit dem Vorwurf an die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes zitiert, uns würde das gesamtgesellschaftliche Bewusstsein fehlen. Dies bezogen Sie auf unsere Forderung nach 5 % mehr Lohn und Gehalt.
Darüber hinaus hören wir immer wieder den Einwand, in den öffentlichen Kassen fehle das Geld für diese Gehaltserhöhung.
Gerade bei dem letztgenannten Argument fehlt uns schlichtweg der Glaube.

(weiterlesen…)

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